„Linke Gefährdung durch Vortrag gegen Rechts“

„Linke Gefährdung durch Vortrag gegen Rechts“           

 

In der schwäbischen Kleinstadt Bad Wurzach fand am Mittwoch, 04.07.18 ein Aufklärungsvortrag über die rechte Szene in der Region statt. Initiator dieses Vortrages war der Bürgermeister Roland Bürkle. Der eigentliche Termin für diese Veranstaltung im März fiel krankheitsbedingt aus. Als Referenten zu diesem Aufklärungsvortag wurden der Unternehmer Julian Aicher und ein Redakteur der Internetseite „Allgäu Rechtsaußen“, Sebastian Lipp geladen.

Anlass für diesen Vortrag war ein Konzert der rechtsgerichteten Kameradschaft „Voice of Anger“ in Seibranz im letzten Jahr. Das Konzert fand auf einem privaten Grundstück statt. Die Internetseite „Allgäu Rechtsaußen“ sieht die große Gefahr, dass sich dieses Grundstück nun zu einem dauerhaft genutzten Nazi-Treffpunkt entwickeln könnte. Bei diesem Gelände handelt es sich aber nicht um eine leerstehende Halle oder eine ungenutzte Fläche, sondern um ein von Menschen bewohntes, bebautes Grundstück.

Im Gegensatz zu der von den Referenten heraufbeschworenen rechten Gefahr, ist eine andere Gefahr sehr real. Unter dem Titel „Ein Gehöft im Besitz von Voice of Anger“ wurde eine genaue Beschreibung des privaten Grundstückes, unterlegt mit detaillierten Informationen wie Adresse und präzisen Satellitenaufnahmen, veröffentlicht. Der gesamte Artikel liest sich wie eine „Zündelanleitung“ für die lokale Antifa. Zitat „Ein einsames Gehöft….“……

Auch die Kriminalpolizei Friedrichshafen sah dies so und veranlasste eine engmaschige Überwachung des gesamten Geländes. Zur Sicherheit der Anwohner kontrollierte die Polizei vom Oktober 2017 bis Februar 2018 täglich im 30 Minuten Takt das Anwesen. Videoüberwacht wurde das komplette Areal vom Oktober 2017 bis März 2018. In den Gesprächen zwischen der Kriminalpolizei und den Anwohner wurde die Gefahr eines Brandanschlages als sehr real angesehen und auch heute noch wird das Anwesen sporadisch überwacht. Für eine intensive Überwachung, die laut Polizei eigentlich immer noch geboten wäre, fehlen der Polizei die Mittel und das Personal.

Interessanterweise wurde eben der Ersteller dieses Berichtes, der so umfangreiche polizeiliche Sicherungsmaßnahmen nach sich zog, als Referent zu dem oben genannten Vortrag eingeladen. Trotz der Bekundungen des Bürgermeisters Herr Bürkle sich von Rechts- und Linksextremen zu distanzieren, wurde mit Herrn Sebastian Lipp ein offensichtlich dem extrem linken Spektrum zuzurechnender Redner verpflichtet.

Dass auch die Polizei vor Ort eine erhöhte Gefährdung für das „einsame Gehöft“ am Tag des Aufklärungsvortrages sah, äußerte sich mit einer personalintensiven Überwachung mittels dreier Polizei-Mannschaftswagen. Die Überwachung und Sicherung des Gebäudes wurde von Mittwochnachmittag bis in die frühen Morgenstunden des darauffolgenden Donnerstags durchgeführt.

Die Stadt Bad Wurzach und insbesondere deren Bürgermeister Herr Bürkle müssen sich die Frage gefallen lassen, ob es zu Ihrer angekündigten Distanzierung von allen politischen Extremen passt, einen Referenten einzuladen, der eindeutig linksextreme Positionen bezieht. Im selbstverwalteten Jugendzentrum React!or in Kempten, das auch als Büro von „Allgäu Rechtsaußen“ genutzt wird, wird verfassungsfeindlichen Organisationen wie der DKP (Deutsche Kommunistische Partei) ein Versammlungs- und Agitationsraum geboten.

Es wäre zu wünschen gewesen, dass die Stadt Bad Wurzach etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Auswahl Ihrer Redner an den Tag gelegt hätte. Im hier behandelten Fall wurde wohl einfach nur versucht, ein rechtes Feuer mit einem linksextremen Feuerlöscher zu bekämpfen und einem bekennenden Linksextremisten ein Forum für seine Thesen geboten.